Wanderheim Kauppenblick

An einem total verregneten
Lakenfleischessen im Winter 1975/76 kam unter den Mitgliedern der Gedanke auf,
eine Schutzhütte mit Grillplatz zu bauen, damit der Verein mit solchen
Aktivitäten nicht mehr so stark vom Wetter abhängig wäre.
Bei einer Versammlung am 13.03.1976 stellte der damalige Vorsitzende Hans Brehm
eine Schutzhütte mit Grillmöglichkeit am Ruhe- und Parkplatz Haidberg zur
Diskussion.
Mit dem damaligen Bürgermeister Herbert Brehm hatte er bereits Verbindung
aufgenommen und dafür viel Verständnis gefunden.
Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden. Man sollte sich über die
weitere Planung Gedanken machen, denn es fand ja außer dem Lakenfleischessen
auch jedes Jahr das Erbsensuppenessen, welches der Vorläufer unseres
Oktoberfestes war, statt.
Auf der Generalversammlung am 26.02.1978 berichtete Hans Brehm, dass der Erwerb
eines Grundstücks bis dato nicht möglich war, da beide dafür vorgesehenen Plätze
am Haidberg und im Autenbachtal (Zeltplatz) vom Naturpark Spessart bezuschusst
und deshalb der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden mussten.
Es wurde uns daher der Platz im Allergründchen (vormals Trimm-Dich-Platz)
angeboten. Dem Antrag an die Gemeinde konnte nicht sofort zugestimmt werden, da
der Platz bereits der Jugendgruppe der Arbeiterwohlfahrt versprochen war.
Nachdem der Bürgermeister Herbert Brehm mit den Verantwortlichen Rücksprache
gehalten hatte, wurde bei der Generalversammlung am 11.01.1981 bekannt gegeben,
dass das Grundstück im Allergründchen für 25 Jahre von der Gemeinde gepachtet
wurde.
Durch Zukäufe der Gemeinde standen uns nun ca. 2000 qm zur Verfügung.
Bevor der Plan für eine kombinierte Schutzhütte mit Lagerraum und vorgezogenem
Dach erstellt wurde, musste mit dem Bauamt, dem Landratsamt und der
Naturschutzbehörde verhandelt werden.
In den Bauausschuss wurden gewählt:
1. Vorsitzender Hans Brehm
2. Vorsitzender Hermann Christ
Hermann Baier
Ludwig Schmitt
Reinhard Kunkel
Der entworfene Plan und ein Modell im
Maßstab 1 : 20 wurden auf der Generalversammlung am 10.01.1982 vorgestellt.
Von der Gemeinde wurde der Platz im Allergründchen für 50 Jahre gepachtet.
Nachdem über das bereits vom Landratsamt genehmigte Bauvorhaben und die Kosten
gesprochen wurde, kam es zur Abstimmung. Von 73 Anwesenden waren 62 Mitglieder
durch ihre Unterschrift bereit, das Bauvorhaben mit durchzuführen.
Anfang Juni wurde mit dem Bau begonnen. Die ersten Betonarbeiten wurden im
August durchgeführt. Bei der feierlichen Grundsteinlegung am 21. und 22.08.1982
war die Kellerdecke schon betoniert, das Bauholz zugeschnitten und schon
vorgerichtet.
Bis Ende 1982 war der Rohbau mit den Fachwerkwänden fertig gestellt. Das Dach
wurde aus Kostengründen mit alten Dachziegeln gedeckt.
Als Dank an alle Helfer wurde vor Weihnachten 1982 im Keller des neuen
Wanderheimes ein Richtfest gefeiert.
Bei der Generalversammlung am 19.02.1983
wurde über die Planung der Inneneinrichtung diskutiert und es sollten Gespräche
mit der Fa. Getränke Büttner darüber geführt werden.
Unser Baukassenverwalter Ludwig Schmitt berichtete von einem noch guten
Kassenbestand, durch Zuschüsse von der Gemeinde Waldaschaff und dem Landratsamt.
Bis zu diesem Zeitpunkt fand keine Spendenaktion statt.
Das Verlegen der Versorgungsleitungen wie Wasser, Kanal, Strom und Telefon wurde in Eigenleistung durchgeführt.
Der Sprecher des Bauausschusses berichtete auf der Generalversammlung am 19.02.1984, dass der Bau des Wanderheimes seinem Ende zugeht.
Über die Inneneinrichtung unterbreitete
uns die Fa. Getränke Büttner ein Angebot, das einstimmig angenommen wurde. Der
Vertrag wurde abgeschlossen.
Die Küche war bereits installiert.
Nun beschloss man, die lange hinausgezögerte Spendenaktion bei den Mitgliedern
durchzuführen. Davon wurde das benötigte Geschirr gekauft.
Der Einweihungstermin wurde auf den 23. und 24.06.1984 festgelegt.
Nach der feierlichen Übergabe einer Kaminabdeckung mit Wetterhahn von unserem Patenverein Laufach am 07.04.1984 fand die erste Feier im neu erbauten Wanderheim "Kauppenblick" statt.
Bei der feierlichen Einweihung am 23.06.1984 durch Herrn Pfarrer Wolfgang Farrenkopf und vieler geladener Gäste, gab es Lob von allen Gratulanten, für den ins Landschaftsbild eingefügten Fachwerkbau, der als Kleinod im Allergründchen bezeichnet wurde.
Der 2. Vorsitzende Hermann Christ
berichtete bei der Generalversammlung am 10.01.1987, dass hinter dem Wanderheim
eine Stützmauer und eine Holzhalle errichtet und der obere Hof gepflastert
wurde.
1989 wurde im Wanderheim eine Ölheizung eingebaut, der Vorraum isoliert und
verkleidet und der Außenputz angebracht.
Bis 1992 wurde der Keller verputzt und gestrichen, Estrich verlegt und der
Fußboden gefliest, sowie die Betonaußenwände mit Sandsteinen verblendet.
Die Außentreppe und der Freisitz über den WC-Eingängen wurde mit Natursteinen
belegt.
Somit war die Außenanlage des Wanderheimes fertig gestellt.
Da am 11.03.1995 ein kompletter Führungswechsel stattfand, konnte das Wanderheim schuldenfrei an den neu gewählten 1. Vorsitzenden Rudolf Brehm übergeben werden.
Hans Brehm
